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Das Leben ist ein ewiger Abschied

Time to say Goodbye - Wir verabschieden uns  :-(

Niemand ahnte, dass es soweit kommen wird und doch ist die Zeit gekommen, da wir es uns eingestehen müssen: Wir  verabschieden uns. Es stellt sich als eine große Herausforderung heraus die richtigen Worte zu finden. Wie verabschiedet man sich überhaupt von einem langjährigen Freund? Wie lässt man etwas, das man gern hat zurück? Das wurden wir nicht gelehrt.

 

Wir verabschieden uns von unseren Spendern, die mit ihren Wohltaten für das Gute in dieser Welt gekämpft haben. 25 Jahre nach der Idee und dann auch Gründung unseres Vereins steht fest, dass mit diesem turbulenten Jahr 2020 auch unser Verein zu Ruhe geht. Die Entscheidung ist uns alles andere als leicht gefallen und erfüllt uns immer noch mit Trauer, nichtsdestotrotz waren wir uns im Voranschreiten des Jahres sicherer, dass dieser Schritt unausweichlich ist.

Auch wenn eine größere Macht verantwortlich ist, werden wir das Gefühl nicht los, dass wir unsere Aufgabe noch nicht vollends erfüllt haben. 

Dieses Jahr war geprägt von einer, unserer Generation ungesehenen und unbekannten Pandemie, die ihre Spuren in allen Sphären der Gesellschaft hinterlassen hat: sowohl das private Alltagsleben, als auch das öffentliche Leben wurden beeinflusst. "Hilfe im Notfall - dort wo es am meisten gebraucht wird!" - das war das, was wir unseren Spendern als Möglichkeit darlegten und was jetzt kaum mehr möglich ist.

Schon seit Monaten sahen wir uns mit dem Problem konfrontiert auf irgendeine Art und Weise die Hilfen zu überweisen, da die Mobilität eingeschränkt wurde, Distanzen erfordert werden und unsere Freiwilligen übermüdet sind.

Diejenigen unter Ihnen die mit unserer Arbeitsweise vertraut sind wissen, dass wir die gesammelten Spenden immer direkt und von Hand an die Bedürftigen aus unseren Appellen überreicht haben. Das war der effektivste, sicherste und ehrlichste Weg für uns, da es sich um eine "Sadaka" handelt, die im Humanismus und im Glauben fest verankert sind und ihre sentimental-spirituelle Bedeutung haben. Während der Pandemie wurde uns sogar das Online-Senden von Spenden nach Bosnien und Herzegowina erschwert. Genauer, Western Union hat uns nur jede zweite Sendung genehmigt, da wie sie beschreiben, durch die Pandemie überlastet waren. Die blockierten Transaktionen mussten wir zurückfordern, und nach wochenlangem Warten wurden diese, mit Abzug von Provisionen erst wieder zurückgeschickt. Unserer Meinung nach verliert sich dadurch Sinn und Zweck unserer jahrelangen Arbeit.

Im April entschieden wir, trotz persönlichem Risiko und geschlossener Grenzen, selbst nach Bosnien zu fahren. Es kam uns nicht richtig vor die gesammelten Spenden auf unserem Konto ruhen zu lassen, bis sich eine neue Option eröffnet. Das ist mit den moralischen Grundsätzen unserer Seite nicht vereinbar.

Nach der Übergabe der Spenden erwarteten uns Wartezeiten an den Grenzen, PCR-Tests und Quarantäne, sowie auch Fehlzeiten in der Arbeit, die alle der erschwerten Spendenübergabe zur Schulde waren. Diese Prozedur wurde 2020 Gang und Gebe für unsere Freiwilligen. Oft mussten wir uns mit moralischen Fragen konfrontieren, darf man Freiwilligen ein derartiges Vorgehen abverlangen? Schließlich werden sie nicht ein Mal finanziell entlohnt für ihre Mühen.

Wir hatten sogar Momente in denen unsere Freiwilligen infiziert wurden, da sie durch das Verteilen der Spenden auf breiten Flächen, einem direkten Risiko ausgesetzt wurden. Eine unserer jungen Enthusiastinnen ist dabei sogar verstorben, was für immer einen Trauerschleier auf uns wirft.

Nach unserem letzten Besuch in Bosnien und der erfolgreichen Kurban-Aktion beschlossen wir noch einmal zu überdenken welchen Sinn und Zweck unsere Arbeit im Ausland hat, wenn die Gegebenheiten so erschwert und gefährlich sind. Sicherlich hätte ferner improvisiert werden können, und man würde eine Grauzone finden, dennoch lehnten wir unbestritten ab das Gesetz und die Schutzmaßnahmen zu umgehen, indem wir es mit "höheren Zielen" rechtfertigen.

Laut Meinung der Wissenschaftler ist das Ende der Pandemie noch nicht in Sicht und unsere Grundsätze von schnellen und effizienten Spendenübergaben sind nicht mehr einhaltbar. Auf unserer letzten Vereinssitzung unterstrichen wir noch ein Mal den Hauptgrund unseres Entschlusses, Sadake zu schließen, indem wir uns der Frage stellten: 

 

Wie sollen wir dem, von unseren Spendern entgegengebrachten Vertrauen und der damit verbundenen Bürde in diesen Umständen gerecht werden?

 

Zuletzt richten wir uns noch ein Mal am Sie, ohne die die jahrelange Arbeit für das Gute nicht möglich gewesen wären

Humanität und Menschlichkeit sind Axiome, die so lange andauern werden, wie es Menschen auf der Erde geben wird. Mehr als 2 Jahrzehnte sind Zeuge der Bereitschaft des Menschen, anderen in Not zu helfen. Es war uns eine Ehre ihnen dabei zur Verfügung gestanden zu haben. Mit einem lachendem und einem weinendem Auge blicken wir zurück auf wundervolle Erinnerungen an die Zusammenarbeit mit ihnen, wir bedanken uns bei allen für das uns entgegengebrachte Vertrauen. Vielen Dank auch für Ihre Unterstützung in schweren Momenten, wenn sich Schwierigkeiten in den Projekten darstellten. Gemeinsam fanden wir immer eine Lösung.

Das Gute wird immer einen Weg finden, denn:

"Der Fluss setzt seinen Weg zum Meer fort, ob das Rad der Mühle gebrochen ist oder nicht." (Khalil Gibran)

 

Selam, ihr Sadake Team

 

P. S. : Jede Sadake, die uns im Dezember 2020 noch erreicht, wird nach Bosnien überwiesen. Wenn Sie einen Dauerauftrag hatten, lösen Sie ihn bitte gerne auf. Für alle weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. 

 

 

 

Es gibt nichts gutes außer man tut es

Willkommen auf sadake.de! Hier können Sie sich über aktuelle Projekte, für die Unterstützung von armen und bedürftigen Menschen in Bosnien und Herzegowina, erkunden. Die Menschen in Bosnien haben es seit dem Krieg nicht einfach: die wirtschaftliche Lage ist mehr als bedrückend. Viele Familien leben am Existenzminimum. Nichts desto trotz sind die Menschen in Bosnien für ihre positive Einstellung, ihren Humor und ihre Gastfreundschaft bekannt. Helfen Sie uns Gutes zu tun und den Menschen in Bosnien und Herzegowina einen Grund zu geben weiter zu lachen und sich am Leben zu erfreuen!

 


Projekt

Schuldenabschreibung

Nach einer alten Tradition des Osmanischen Reiches, die auch in Bosnien und Herzegowina verbreitet war, gab es die Möglichkeit anonym gutes zu tun, indem man beispielsweise auf den Markt ging und dort das Schuldenbuch verlangte, in dem die Schulden derer verzeichnet waren, die nicht genug Geld hatten, um die Ware zu kaufen, die sie benötigten. Der Spender beglich die Schulden der Armen und blieb dabei anonym. Diese Art Schuldenbücher besteht immernoch und wir haben uns vorgenommen Ihnen, den Spendern, zu ermöglichen daran Teil zu haben eine jahrhunderte alte Tradition weiterzuführen und  mit kleinen Gesten großes zu Tun. Sie haben damit Teil  an der Umsetzung der Idee einer gerechten Welt, in der Gemeinschaften sich untereinander unterstützen, soziale Verpflichtungen erfüllt sind und Menschen gemeinsam auf das Leiden anderer reagieren. Nehmen sie Teil an unserer Aktion: "Brisanje veresije", auf Deutsch: Schuldenabschreibung.Ferner war traiditionell die Idee dabei, dass der Bedürftige nicht erfährt, wer seine Schulden abgeschrieben hat. Diese Idee behalten wir bei. Unsere Aktionen finden durchgehend statt und sind nicht an einen bestimmten Ort oder eine Zeit gebunden.
Bisher wurden bei uns über 1000 Schulden abgeschrieben - und jeden Monat viele weitere. Nehmen sie Teil an dieser Tradition!